Die Teamorganisation von Agenturmatching

Eines der interessantesten Modelle zur Zusammenarbeit liefert derzeit das Münchener Startup Agenturmatching ab. Die 2015 gegründete Firma sucht für Werbetreibende die passgenaue Werbeagentur.

Was machen sie nun teammäßig anders als andere Dienstleister?

1. Das einzelne Teammitglied steht im Mittelpunkt aller Human Resources-Maßnahmen. Ihm „die Knete aus dem Kopf“ zu nehmen (Sorgen über das Gehalt, den Arbeitsplatz, Verpflegung, nervige Kollegen, Reisekostenabrechnungen), ist das höchste Ziel der HR-Abteilung. Nur so kann es sich voll auf seinen Job konzentrieren.
2. Die Fähigkeit zur Teamzusammenstellung ist der wichtigste Rekrutierungsqualifikation für die HR-Abteilung, wichtiger als das Passen zum HR-Team selbst. Nur Arbeitsteams im Flow bringen Höchstleistungen.
3. Identifikation: visuelle und akustische Logos dienen den Teams und der Firma dazu. Notfalls helfen Cargo-Kults.
4. Öffentliche Wertschätzung: Kudo-Walls sind Pflicht.
5. Jeder Einzelne ist dort ein Unternehmer und seines Erfolges Schmied. Alle denken über den Tellerrand hinaus und kommunizieren ihre Beobachtungen auch.
6. Motivation: Don´t let them collect wood – make them yearn!
7. Faule Äpfel raus aus dem Team. Dies kann das Team selbst am besten beurteilen.
8. Feedbackkultur fördern: einmal pro Monat gehen die Gründer mit jedem Mitarbeiter Walk + Talk.
9. Fortschritte zeigen: Kanban-Boards (Backlog – Next – Work in Progress – Done) werden jeden Tag um 12.30 h gemeinsam besprochen. Jeder Mitarbeiter hat eine eigene Post-it-Farbe.
10. Gemeinsame Feiern und Erlebnisse: alle 2 Wochen Teamabend, auch ganz ohne Grund mit Sing-Star, Pub-Quiz, Ausflügen etc.
11. Schnelle Entscheidungen, auch bei Ideen. Entscheidungen aufschieben schafft Unsicherheit.
12. Nahe am Kunden. Auch die Kundenzufriedenheit ca. 6 Monate nach dem Deal erfragen. Nur mit 9-10 zufrieden sein auf einer 10er-Skala.
13. Better done than perfect: auch unfertige Ideen mit Teamkollegen oder Kunden diskutieren, nicht alles nur überperfekt beim ersten Mal abliefern wollen. The job is only done when it is shipped.
14. Fighting Spirit erzeugen. Buzzer bei Deal betätigen, den alle hören können.
15. Niederlagen als Geschenk zu neuem Ansatz sehen. Neue Schlachtpläne sind neue Chancen.
16. Sich selbst zur Fokussierung und Priorisierung zwingen, auch ohne äußeren Druck.
17. Die Mitarbeiter nicht vor Katastrophen schützen, sondern ihre Kreativität zur Bewältigung einfordern. Mut entwickeln.
18. Überstunden nur im Ausnahmefall: work smarter, not harder. Manche Prozesse sind von etablierten Firmen abschaubar, die muss man nun nicht wirklich neu erfinden.
19. In Netzwerke kooperieren, statt gegeneinander zu kämpfen.

Mit ähnlichen Prinzipien, aber unterteilt in 15-Personen-Teams, ist in München die Fa. Stylight zum beliebtesten Arbeitgeber noch vor BMW geworden. Stylight zählt sich mit 500 Mitarbeitern noch immer zu den Startups.

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